4 min

Veröffentlicht am 3 MÀr, 2025

Die besten Rechtsformen fĂŒr kleine Unternehmen in Deutschland: Ein umfassender Vergleich

Rechtsformen fĂŒr kleine Unternehmen
Dina Janghorban

Dina Janghorban

Content Manager @Yousign

Übersicht

💡 Warum die richtige Rechtsform entscheidend ist

Du stehst kurz davor, Ihr eigenes Unternehmen zu grĂŒnden oder möchtest Ihr bestehende GeschĂ€ftsstruktur optimieren? Eine der wichtigsten Entscheidungen auf diesem Weg ist die Wahl der passenden Rechtsform. Sie bestimmt nicht nur, wie viel Steuern Sie zahlen, wie hoch Ihre Haftungsrisiko ist und welche Finanzierungsmöglichkeiten Sie haben, sondern auch, wie flexibel Sie Ihr Unternehmen fĂŒhren können.

Doch welche Rechtsform ist die beste fĂŒr Ihr Unternehmen? Sollten Sie sich fĂŒr ein Einzelunternehmen entscheiden, weil es unkompliziert ist? Oder ist eine GmbH sinnvoller, um Ihre Haftung zu beschrĂ€nken? Vielleicht ist eine GbR oder eine UG die perfekte Lösung fĂŒr Ihr Vorhaben?

🚀 Dieser Artikel hilft Ihnen, die richtige Wahl zu treffen! Wir vergleichen die wichtigsten Rechtsformen fĂŒr kleine Unternehmen in Deutschland, erklĂ€ren ihre Vor- und Nachteile und geben dir praxisnahe Tipps, mit denen Sie die beste Entscheidung fĂŒr Ihr Business treffen kannst.

🔎 Am Ende dieses Artikels werden Sie wissen:
✅ Welche Rechtsformen es gibt und wie sie sich unterscheiden
✅ Welche Rechtsform am besten zu Ihrem GeschĂ€ftsmodell passt
✅ Welche steuerlichen und rechtlichen Pflichten mit jeder Rechtsform verbunden sind
✅ Wie Sie die GrĂŒndung Schritt fĂŒr Schritt umsetzen

Tipp!

Falls Sie unsicher sind, welche Rechtsform die beste fĂŒr Sie ist, können Sie mit unserem Rechtsform-Vergleich weiter unten sofort eine fundierte Entscheidung treffen!

Bedeutung der Rechtsformwahl

Die Rechtsform legt den rechtlichen Rahmen fĂŒr Ihr Unternehmen fest und hat Auswirkungen auf:

  • Haftung: Inwieweit haften Sie mit Ihrem Privatvermögen?
  • Steuern: Welche steuerlichen Verpflichtungen entstehen?
  • Kapitalbeschaffung: Welche Möglichkeiten zur Finanzierung bestehen?
  • BuchfĂŒhrung: Welche Anforderungen an die Buchhaltung gibt es?

Eine sorgfĂ€ltige Auswahl der Rechtsform ist daher essenziell fĂŒr den langfristigen Erfolg Ihres Unternehmens.

Überblick ĂŒber die gĂ€ngigen Rechtsformen

Im Folgenden stellen wir die hĂ€ufigsten Rechtsformen fĂŒr kleine Unternehmen in Deutschland vor:

Einzelunternehmen

Beschreibung: Das Einzelunternehmen ist die einfachste und hĂ€ufigste Rechtsform. Es wird von einer einzelnen Person gegrĂŒndet und gefĂŒhrt.

Merkmale:

  • GrĂŒndung: Unkompliziert, keine Mindestkapitalanforderung.
  • Haftung: UnbeschrĂ€nkte Haftung mit dem gesamten Privatvermögen.
  • Steuern: Einkommensteuer, ggf. Gewerbesteuer.
  • BuchfĂŒhrung: Einfache BuchfĂŒhrung, es sei denn, bestimmte Umsatz- oder Gewinnschwellen werden ĂŒberschritten.

Vorteile:

✔ Einfache und kostengĂŒnstige GrĂŒndung.

✔ Volle Entscheidungsfreiheit des Inhabers.

Nachteile:

✘ UnbeschrĂ€nkte persönliche Haftung.

✘ EingeschrĂ€nkte Finanzierungsmöglichkeiten.

Praxisbeispiel: Ein freiberuflicher Grafikdesigner entscheidet sich fĂŒr ein Einzelunternehmen, da er allein arbeitet und keine hohen Haftungsrisiken eingeht.

 Gesellschaft bĂŒrgerlichen Rechts (GbR)

Beschreibung: Die GbR ist eine Personengesellschaft, die entsteht, wenn sich mindestens zwei Personen zusammenschließen, um gemeinsam ein GeschĂ€ft zu betreiben.

Merkmale:

  • GrĂŒndung: Formlos möglich, kein Mindestkapital erforderlich.
  • Haftung: Gesellschafter:innen haften persönlich und gesamtschuldnerisch mit ihrem Privatvermögen.
  • Steuern: Einkommensteuer der Gesellschafter:innen, Gewerbesteuer.
  • BuchfĂŒhrung: Einfache BuchfĂŒhrung, es sei denn, bestimmte Schwellenwerte werden ĂŒberschritten.

Vorteile:

✔ Einfache und kostengĂŒnstige GrĂŒndung.

✔ FlexibilitĂ€t in der internen Organisation.

Nachteile:

✘ UnbeschrĂ€nkte persönliche Haftung aller Gesellschafter:innen.

✘ Potenzielle Konflikte zwischen Gesellschaftern.

Praxisbeispiel: Zwei Fotografen grĂŒnden gemeinsam ein Studio als GbR, um ihre Ressourcen zu bĂŒndeln und gemeinsam am Markt aufzutreten.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Beschreibung: Die OHG ist eine Personengesellschaft, die auf den Betrieb eines Handelsgewerbes unter gemeinschaftlicher Firma abzielt.

Merkmale:

  • GrĂŒndung: Erfordert mindestens zwei Gesellschafter:innen, kein Mindestkapital.
  • Haftung: UnbeschrĂ€nkte und solidarische Haftung der Gesellschafter:innen mit ihrem Privatvermögen.
  • Steuern: Einkommensteuer der Gesellschafter:innen, Gewerbesteuer.
  • BuchfĂŒhrung: Doppelte BuchfĂŒhrung und Bilanzierungspflicht.

Vorteile:

✔ Hohe KreditwĂŒrdigkeit durch persönliche Haftung.

✔ Gemeinsame GeschĂ€ftsfĂŒhrung und Vertretung.

Nachteile:

✘ UnbeschrĂ€nkte Haftung aller Gesellschafter.

✘ Höherer Verwaltungsaufwand durch BuchfĂŒhrungspflichten.

Praxisbeispiel: Zwei Handwerksmeister grĂŒnden eine OHG, um gemeinsam grĂ¶ĂŸere Bauprojekte zu realisieren. Sie profitieren von der gemeinsamen GeschĂ€ftsfĂŒhrung, mĂŒssen aber auch gemeinsam fĂŒr alle Schulden haften.

Kommanditgesellschaft (KG)

Beschreibung: Die KG ist eine Mischform zwischen OHG und GmbH. Sie besteht aus zwei Arten von Gesellschaftern:

  • KomplementĂ€r: Haftet unbeschrĂ€nkt mit seinem Privatvermögen und fĂŒhrt das Unternehmen.
  • Kommanditist: Haftet nur in Höhe seiner Einlage und hat keine GeschĂ€ftsfĂŒhrungsbefugnis.

Merkmale:

  • GrĂŒndung: Notariell empfohlener Gesellschaftsvertrag, kein Mindestkapital erforderlich.
  • Haftung: Geteilt zwischen KomplementĂ€r (unbeschrĂ€nkt) und Kommanditist (beschrĂ€nkt).
  • Steuern: Einkommensteuer der Gesellschafter:innen, Gewerbesteuer.
  • BuchfĂŒhrung: Pflicht zur doppelten BuchfĂŒhrung ab einer bestimmten UmsatzgrĂ¶ĂŸe.

Vorteile:
✔ Möglichkeit, Investoren (Kommanditisten) ohne Einfluss auf das TagesgeschĂ€ft aufzunehmen.
✔ Keine gesetzliche Mindestkapitalanforderung.

Nachteile:
✘ KomplementĂ€r trĂ€gt volles persönliches Risiko.
✘ Buchhaltungsaufwand höher als bei Einzelunternehmen oder GbR.

Praxisbeispiel: Ein Unternehmer grĂŒndet eine KG mit mehreren stillen Investoren. Er leitet das Unternehmen als KomplementĂ€r, wĂ€hrend die Investoren als Kommanditisten finanziell beteiligt sind, aber nicht ins operative GeschĂ€ft eingreifen.

GmbH (Gesellschaft mit beschrÀnkter Haftung)

Beschreibung: Die GmbH ist eine eigenstĂ€ndige juristische Person und eine der beliebtesten Rechtsformen fĂŒr kleine Unternehmen, da sie die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschrĂ€nkt.

Merkmale:

  • GrĂŒndung: Notariell beurkundeter Gesellschaftsvertrag, Eintragung ins Handelsregister.
  • Mindestkapital: 25.000 Euro, wovon bei GrĂŒndung 12.500 Euro eingezahlt werden mĂŒssen.
  • Haftung: Auf das Gesellschaftsvermögen beschrĂ€nkt, keine persönliche Haftung der Gesellschafter:innen.
  • Steuern: Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer.
  • BuchfĂŒhrung: Pflicht zur doppelten BuchfĂŒhrung und Bilanzierung.

Vorteile:
✔ Keine persönliche Haftung der Gesellschafter:innen.
✔ Hohe KreditwĂŒrdigkeit und VertrauenswĂŒrdigkeit bei Kunden und Investoren.
✔ FlexibilitĂ€t in der Unternehmensgestaltung (ein oder mehrere Gesellschafter:innen).

Nachteile:
✘ Hoher GrĂŒndungsaufwand und Notarkosten.
✘ Pflicht zur doppelten BuchfĂŒhrung und JahresabschlĂŒsse.

Praxisbeispiel: Ein Technologie-Startup grĂŒndet eine GmbH, um Investoren zu gewinnen und gleichzeitig das private Risiko der GrĂŒnder zu minimieren. Lesen Sie hier mehr ĂŒber die GrĂŒndung von Start-ups.

UG (Unternehmergesellschaft, Mini-GmbH)

Beschreibung: Die UG ist eine Sonderform der GmbH mit geringerem Startkapital, die sich besonders fĂŒr Startups und EinzelgrĂŒnder eignet.

Merkmale:

  • GrĂŒndung: Einfache GrĂŒndung mit Musterprotokoll möglich, Eintragung ins Handelsregister.
  • Mindestkapital: Ab 1 Euro, wobei 25 % des Gewinns zur Kapitalaufstockung zurĂŒckgelegt werden mĂŒssen.
  • Haftung: BeschrĂ€nkt auf das Gesellschaftsvermögen.
  • Steuern: Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer.
  • BuchfĂŒhrung: Doppelte BuchfĂŒhrung erforderlich.

Vorteile:
✔ Niedrige Kapitalanforderung.
✔ HaftungsbeschrĂ€nkung wie bei der GmbH.

Nachteile:
✘ Geringere KreditwĂŒrdigkeit als eine regulĂ€re GmbH.
✘ Pflicht zur RĂŒcklagenbildung, bis das Stammkapital von 25.000 Euro erreicht ist.

Praxisbeispiel: Ein Webdesigner startet eine UG mit 500 Euro Kapital. Nach einigen Jahren und RĂŒcklagenbildung wandelt er sie in eine GmbH um. Finden Sie heraus, wie ihm die QES dabei helfen kann.

Eingetragene Genossenschaft (eG)

Beschreibung: Eine eG ist eine Rechtsform fĂŒr gemeinschaftlich organisierte Unternehmen mit mindestens drei Mitgliedern.

Merkmale:

  • GrĂŒndung: Mindestens drei GrĂŒndungsmitglieder, Anmeldung im Genossenschaftsregister.
  • Mindestkapital: Kein gesetzliches Mindestkapital, aber Mitgliedseinlagen erforderlich.
  • Haftung: GrundsĂ€tzlich nur mit dem Genossenschaftsvermögen, falls Satzung nichts anderes vorsieht.
  • Steuern: Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer.
  • BuchfĂŒhrung: AbhĂ€ngig von UmsatzgrĂ¶ĂŸe, meist doppelte BuchfĂŒhrung erforderlich.

Vorteile:
✔ Demokratische Mitbestimmung aller Mitglieder.
✔ Flexible Kapitalbeschaffung durch neue Mitglieder.

Nachteile:
✘ Komplexe Satzung und Verwaltung.
✘ Langsame Entscheidungsprozesse durch demokratische Struktur.

Praxisbeispiel: Eine Gruppe von Handwerkern grĂŒndet eine eG, um gemeinsam Material einzukaufen und Kosten zu sparen.

Steuerliche Unterschiede der Rechtsformen

Rechtsform

Einkommensteuer

Körperschaftsteuer

Gewerbesteuer

Umsatzsteuer

Einzelunternehmen

Ja

Nein

Ja, wenn ĂŒber Freibetrag

Ja

GbR

Ja

Nein

Ja, wenn ĂŒber Freibetrag

Ja

OHG

Ja

Nein

Ja

Ja

KG

Ja (KomplementÀr)

Nein

Ja

Ja

GmbH

Nein

Ja (15%)

Ja

Ja

UG

Nein

Ja (15%)

Ja

Ja

Tipp!

Einzelunternehmen und Personengesellschaften zahlen Einkommensteuer, wÀhrend Kapitalgesellschaften Körperschaftsteuer entrichten.

Welche Rechtsform passt zu Ihrem Unternehmen?

GeschÀftsmodell

Empfohlene Rechtsform

Solo-SelbststÀndiger

Einzelunternehmen oder UG

Kleines Team

GbR oder OHG

Startup mit Wachstumspotenzial

UG oder GmbH

Unternehmen mit Investoren

KG oder GmbH

Gemeinschaftsunternehmen

eG

Tipp!

Falls Sie langfristig planen und Wachstum anstreben, ist eine haftungsbeschrÀnkte Rechtsform (UG/GmbH) sinnvoll.

HĂ€ufige Fragen (FAQ)

❓ Welche Rechtsform ist am besten fĂŒr kleine Unternehmen?

👉 Einzelunternehmen fĂŒr EinzelgrĂŒnder, GbR fĂŒr kleine Teams, GmbH/UG fĂŒr Wachstum.

❓ Kann ich eine GbR in eine GmbH umwandeln?

👉 Ja, durch eine formelle Umstrukturierung und Eintragung ins Handelsregister.

❓ Welche Rechtsform ist steuerlich am gĂŒnstigsten?

👉 Je nach Gewinnhöhe kann eine GmbH steuerliche Vorteile bieten.

❓ Wie lange dauert die GrĂŒndung einer GmbH?

👉 Durchschnittlich 2–6 Wochen, je nach Handelsregisterbearbeitung.

Die beste Rechtsform fĂŒr kleine Unternehmen

Die Wahl der richtigen Rechtsform hĂ€ngt von individuellen Faktoren ab. Einzelunternehmen und GbRs sind schnell und einfach zu grĂŒnden, wĂ€hrend eine GmbH oder UG mehr Sicherheit bietet. Lassen Sie sich von einem Steuerberater beraten, um die beste Wahl fĂŒr Ihr Unternehmen zu treffen.

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